Viele klassische Duftkompositionen enthalten Bestandteile, die sich nur begrenzt mit Wasser mischen.
In wasserbasierten Formulierungen kann dies zu:
- Trübung
- Aufschwimmen
- Separation
- ungleichmäßiger Duftverteilung
führen.
Die EGD-Serie von Aroma Nova wurde speziell für wasserbasierte Anwendungen entwickelt, um die Integration einer Duftkomposition in solche Systeme zu erleichtern. Die aktuelle Aroma-Nova-Produktinformation beschreibt EGD als dafür abgestimmtes Duftstoffsystem.
Was bedeutet „wasserlöslicher Duftstoff“?
Im praktischen Produktkontext bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass jedes einzelne enthaltene Duftmolekül chemisch unbegrenzt in reinem Wasser löslich ist.
Vielmehr ist das Duftstoffsystem so formuliert, dass die Duftkomposition besser in wasserbasierte Rezepturen integriert werden kann.
Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Deshalb ist die fachlich bessere Aussage:
„Für wasserbasierte Formulierungen entwickeltes Duftstoffsystem“
statt der pauschalen Behauptung:
„Mit jedem Wasser in jeder Konzentration vollständig löslich.“
Wie funktioniert die EGD-Serie?
Nach der aktuellen Aroma-Nova-Beschreibung enthält das EGD-System eine abgestimmte Kombination, die die Einbindung der Duftkomposition in wasserhaltige Produkte erleichtert. In vielen Formulierungen kann dadurch eine zusätzliche externe Solubilisierung entfallen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede beliebige Endformulierung unter allen Bedingungen automatisch:
- kristallklar
- dauerhaft homogen
- temperaturstabil
bleibt.
Das fertige Produkt muss getestet werden.
Welche Dosierung ist möglich?
Aroma Nova führt für die EGD-Serie aktuell folgende Testbereiche auf:
| Anwendung | Praxisorientierter Testbereich |
|---|---|
| leichte Beduftung | 1–3 % |
| Standard-Testformulierungen | 3–6 % |
| intensive Systeme | bis 10 % |
Diese Werte sind Ausgangspunkte für die Produktentwicklung. Die derzeitige EGD-Seite führt Einsatzkonzentrationen bis 10 % an.
Wichtig:
„Bis 10 % möglich“ bedeutet nicht „10 % sind für jedes Produkt optimal oder automatisch zulässig“.
Zu berücksichtigen sind immer:
- konkrete EGD-Duftkomposition
- Endrezeptur
- Stabilität
- Anwendungsbereich
- produktspezifische Sicherheitsdokumentation.
Warum sollte man mit einer niedrigen Konzentration beginnen?
Mehr Duftstoff kann:
- die optische Klarheit verändern
- das Löslichkeitsgleichgewicht beeinflussen
- Farbe verändern
- Wechselwirkungen mit Tensiden oder anderen Bestandteilen verstärken.
Deshalb sollte eine neue Formulierung schrittweise entwickelt werden.
Beispielsweise:
Probe A → 2 %
Probe B → 4 %
Probe C → 6 %
Anschließend wird das Ergebnis miteinander verglichen.
Die Zahlen sind dabei Testkonzentrationen, keine allgemeine Freigabe.
Welche Produkte kommen grundsätzlich infrage?
EGD-Systeme können für die Entwicklung verschiedener wasserbasierter Produkte interessant sein, beispielsweise:
- wasserbasierte Raumsprays
- Reinigungsprodukte
- Glasreiniger
- Textilprodukte
- weitere wasserhaltige Formulierungen.
Ob ein konkreter EGD-Duftstoff technisch und regulatorisch für das jeweilige Endprodukt geeignet ist, muss produktspezifisch bewertet werden.
Können EGD-Düfte in Glasreinigern verwendet werden?
Grundsätzlich kann ein für wasserbasierte Systeme entwickelter Duftstoff für die Entwicklung eines Glasreinigers interessant sein.
Aber eine Aussage wie:
„EGD verursacht garantiert keine Schlieren“
wäre technisch zu absolut.
Ob der fertige Glasreiniger:
- klar bleibt
- schlierenfrei arbeitet
- seine Reinigungsleistung behält
hängt von der gesamten Rezeptur ab.
Die aktuelle Aroma-Nova-Version wurde deshalb bereits richtigerweise dahingehend angepasst, dass diese Eigenschaften am Endprodukt getestet werden müssen.
Was sollte bei der Stabilität geprüft werden?
Mindestens:
| Parameter | Was beobachten? |
|---|---|
| Klarheit | klar / leicht trüb / trüb |
| Phasenstabilität | Separation vorhanden? |
| Farbe | unverändert / verändert |
| Geruch | stabil / verändert |
| pH | Ausgangswert und Veränderung |
| Kälte | Trübung / Kristallisation / Separation |
| Wärme | Farb- oder Geruchsveränderung |
| Verpackung | Materialverträglichkeit |
Einfacher Stabilitätstest
Tag 0
Dokumentieren:
- Rezeptur
- Konzentration
- pH
- Farbe
- Geruch
- Klarheit.
Nach 24 Stunden
Prüfen:
- Trübung
- Separation
- sichtbare Ablagerungen.
Nach 7 Tagen
Vergleichen:
- Geruch
- Farbe
- Homogenität.
Nach 30 Tagen
Bewerten:
- Phasenstabilität
- Farbentwicklung
- Duftveränderung.
Langzeittest
Für kommerzielle Produkte sind je nach Anwendung längere Lager- und Temperaturprüfungen sinnvoll.
Warum Temperaturtests wichtig sind
Ein Produkt kann bei 20 °C vollkommen klar wirken und sich bei:
- niedrigen Temperaturen
- erhöhten Temperaturen
- wiederholten Temperaturwechseln
anders verhalten.
Deshalb sollte Stabilität nicht nur unmittelbar nach dem Mischen beurteilt werden.
Was ist der Unterschied zwischen EGD und einem normalen Duftöl?
Ein klassisches Duftöl ist nicht automatisch für eine direkte Einbindung in wasserbasierte Produkte formuliert.
EGD wurde dagegen gezielt für solche Anwendungen entwickelt.
Das bedeutet jedoch nicht, dass EGD in jeder beliebigen chemischen Rezeptur automatisch funktioniert.
Muss zusätzlich ein Solubilisator verwendet werden?
In vielen geeigneten EGD-Formulierungen kann nach Aroma-Nova-Angaben auf zusätzliche externe Solubilisierung verzichtet werden.
Ob dies im konkreten Endprodukt tatsächlich möglich ist, muss durch einen Test bestätigt werden.
IFRA und Sicherheit
Auch bei wasserbasierten Produkten muss die produktspezifische IFRA-Dokumentation für den vorgesehenen Verwendungszweck berücksichtigt werden.
IFRA erklärt ausdrücklich, dass die richtige Kategorie anhand der tatsächlichen Endanwendung bestimmt werden muss und bei Mehrfachanwendungen die relevanten Kategorien miteinander verglichen werden müssen.
Das IFRA Certificate ersetzt keine vollständige Sicherheits- oder gesetzliche Bewertung.
FAQ
Sind EGD-Duftstoffe wirklich wasserlöslich?
Sie sind für die Integration in wasserbasierte Formulierungen entwickelt. Die endgültige Klarheit hängt trotzdem von der vollständigen Rezeptur ab.
Kann ich EGD einfach mit Wasser mischen?
Für erste Versuche kann dies je nach Produkt möglich sein, für ein kommerzielles Endprodukt muss aber die vollständige Rezeptur stabilisiert und getestet werden.
Sind 10 % immer möglich?
Nein. „Bis 10 %“ ist ein möglicher Bereich innerhalb des EGD-Konzepts, keine universelle Empfehlung.
Brauche ich immer einen zusätzlichen Solubilisator?
Nicht zwingend. Einer der Zwecke des EGD-Systems ist es, die Einbindung in wasserbasierte Systeme zu erleichtern. Das konkrete Produkt muss jedoch getestet werden.
Bedeutet eine klare Mischung nach 24 Stunden, dass sie stabil ist?
Nein. Eine langfristige Stabilitätsprüfung ist trotzdem erforderlich.
Fazit
EGD-Duftstoffe wurden entwickelt, um die Parfümierung wasserbasierter Systeme zu erleichtern.
Die professionell korrekte Aussage lautet nicht:
„EGD ist in jeder Rezeptur garantiert klar und stabil.“
Sondern:
„EGD wurde für wasserbasierte Formulierungen entwickelt und kann die Herstellung klarer und stabiler Systeme erleichtern. Die endgültige Performance muss in der konkreten Endrezeptur bestätigt werden.“
Fachlich geprüft: Aroma Nova Produktentwicklung
Stand: August 2026
Fachquellen
Aroma Nova – aktuelle technische Beschreibung der EGD-Serie und Testbereiche.
International Fragrance Association – Anwendung der IFRA Standards und Bestimmung der Endanwendung.
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