Ein alkoholbasiertes Parfum kann aus einer geeigneten Duftkomposition, Ethanol und – je nach Rezeptur – einem zusätzlichen Fixiermittel hergestellt werden.
Die wichtigste Frage lautet jedoch nicht:
„Wie viel Duftöl gehört grundsätzlich in jedes Parfum?“
sondern:
„Welche Konzentration funktioniert mit dieser konkreten Duftkomposition und ist für die vorgesehene Anwendung zulässig?“
IFRA-Grenzen hängen von den enthaltenen regulierten Duftbestandteilen und der jeweiligen Endanwendung ab. Ein allgemeiner Prozentsatz kann deshalb keine produktspezifische Prüfung ersetzen.
Was braucht man für ein alkoholbasiertes Parfum?
Typische Bestandteile sind:
- geeignete Duftkomposition
- für Parfum geeigneter Ethanol
- optional ein Fixiermittel
- gegebenenfalls weitere für die konkrete Formulierung geeignete Komponenten.
Welche Bestandteile benötigt werden, hängt von der Duftkomposition und vom gewünschten Produkt ab.
Welche Funktion hat Ethanol?
Ethanol dient in klassischen alkoholbasierten Parfumformulierungen als Träger und Lösungsmittel.
Nach dem Auftragen verdunstet ein großer Teil des Alkohols, während sich die Duftkomposition weiter entfaltet.
Für hochwertige Parfumformulierungen sollte ein dafür geeigneter, möglichst geruchsneutraler Alkohol eingesetzt werden.
Wie viel Duftstoff gehört in Parfum?
Es gibt keine einzige universelle Duftstoffkonzentration.
Die endgültige Konzentration sollte aus mehreren Faktoren abgeleitet werden:
- gewünschte Duftintensität
- konkrete Duftkomposition
- Löslichkeit
- Stabilität
- produktspezifische IFRA-Dokumentation
- gesetzliche Anforderungen.
Besonders wichtig:
Ein hoher im IFRA-Dokument genannter Maximalwert ist keine Dosierungsempfehlung.
IFRA erklärt, dass quantitative Obergrenzen den maximal akzeptablen Gehalt regulierter Duftmaterialien im fertigen Verbraucherprodukt beschreiben.
Beispielrezeptur mit PFRP 17832
Aroma Nova führt für PFRP 17832 aktuell folgende intensive Beispielrezeptur für einen Anwendungstest an:
| Bestandteil | Anteil |
|---|---|
| Duftöl / Parfümkonzentrat | 30 % |
| PFRP 17832 | 10–20 % |
| Ethanol | 50–60 % |
Alle Bestandteile zusammen müssen 100 % ergeben. Aroma Nova weist auf der Produktseite ausdrücklich darauf hin, dass Konzentration und Ergebnis an die konkrete Duftkomposition, IFRA-Dokumentation und Endanwendung angepasst werden müssen.
Diese Rezeptur ist deshalb kein universelles Mischungsverhältnis für jedes Parfum.
Sie ist ein möglicher Entwicklungsansatz.
Was macht PFRP 17832?
PFRP 17832 ist ein optionaler Rezepturbestandteil, der die Verdunstungsdynamik einer Duftkomposition beeinflussen und einen gleichmäßigeren Duftverlauf unterstützen kann.
Er ersetzt nicht die eigentliche Duftkomposition und besitzt keine eigene Duftpyramide. Aroma Nova empfiehlt deshalb Vergleichstests mit und ohne Fixiermittel.
Mehr Fixiermittel bedeutet nicht automatisch eine längere oder bessere Duftwirkung.
Ist ein Fixiermittel immer notwendig?
Nein.
Viele Duftkompositionen können ohne zusätzliches Fixiermittel formuliert werden.
Ein sinnvoller Entwicklungstest wäre beispielsweise:
Probe A
Duftkomposition + Ethanol
Probe B
dieselbe Duftkomposition + Ethanol + Fixiermittel
Anschließend werden beide Muster hinsichtlich:
- Duftintensität
- Duftverlauf
- Klarheit
- Stabilität
- Langzeitwahrnehmung
verglichen.
Herstellung eines Testparfums
1. Duftstoff wiegen
Nicht nach Volumen, sondern reproduzierbar nach Gewicht arbeiten.
2. Fixiermittel hinzufügen
Wenn die Rezeptur PFRP vorsieht, Duftstoff und Fixiermittel zunächst homogenisieren.
3. Ethanol ergänzen
Unter gleichmäßigem Mischen hinzufügen.
4. Homogenität prüfen
Die Flüssigkeit sollte gleichmäßig sein.
5. Verschlossen lagern
Möglichst kühl und lichtgeschützt.
6. Entwicklung beobachten
Beispielsweise:
- nach 24 Stunden
- nach 7 Tagen
- nach 14 Tagen
- gegebenenfalls nach mehreren Wochen.
7. Falls erforderlich filtrieren
Erst danach final abfüllen.
Wie lange muss Parfum reifen?
Eine einzige wissenschaftlich festgelegte Reifezeit für alle Duftkompositionen existiert nicht.
Sinnvoller ist ein kontrollierter Vergleich über mehrere Zeitpunkte.
Dadurch können Veränderungen bei:
- Duftcharakter
- Homogenität
- Farbe
- Klarheit
beobachtet werden.
Warum kann ein Parfum trüb werden?
Mögliche Ursachen können sein:
- eingeschränkte Löslichkeit einzelner Bestandteile
- Zusammensetzung der Duftkomposition
- weitere Rezepturbestandteile
- Temperaturänderungen.
Eine klare Mischung unmittelbar nach der Herstellung garantiert deshalb keine langfristige Stabilität.
Mehr dazu finden Sie im Beitrag „Stabilität von Duftölen“.
Sicherheit und IFRA
IFRA Standards setzen für bestimmte Duftbestandteile Einschränkungen abhängig von der Endanwendung. Ein Certificate of Conformity bestätigt die Übereinstimmung einer Duftmischung mit den relevanten Standards für einen vorgesehenen Einsatz, ersetzt jedoch weder die Sicherheitsbewertung noch geltende gesetzliche Anforderungen.
Parfum als kosmetisches Produkt in der EU
Wird ein Parfum als kosmetisches Produkt auf den EU-Markt gebracht, unterliegt das fertige Produkt der Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Damit sind unter anderem Anforderungen an Sicherheit, verantwortliche Person und Produktdokumentation verbunden.
Seit dem Ende der entsprechenden Übergangsfrist am 31. Juli 2026 müssen bei neu in Verkehr gebrachten Produkten außerdem die durch die Verordnung (EU) 2023/1545 eingeführten erweiterten Vorgaben zur Kennzeichnung von Duftallergenen berücksichtigt werden; für bestimmte bereits rechtmäßig in Verkehr gebrachte Produkte gilt die weitere Übergangsfrist bis 31. Juli 2028.
FAQ
Kann man einfach 30 % Duftöl und 70 % Alkohol mischen?
Das kann für bestimmte Formulierungen ein Entwicklungsansatz sein, ist aber keine universelle Rezeptur.
Ist PFRP 17832 notwendig?
Nein. Es ist optional und sollte über Vergleichstests bewertet werden.
Wie viel Fixiermittel verwendet Aroma Nova als Testansatz?
Beim aktuellen PFRP-Produkt werden in der Beispielrezeptur 10–20 % der fertigen Parfumformulierung angegeben.
Ist der höchste IFRA-Wert die beste Parfumkonzentration?
Nein. Ein sicherheitsbezogener Maximalwert ist keine sensorische oder technologische Empfehlung.
Muss ein selbst hergestelltes Verkaufsparfum gesetzlich bewertet werden?
Für ein kosmetisches Produkt, das in der EU auf den Markt gebracht wird, gelten die Anforderungen der EU-Kosmetikverordnung.
Fazit
Ein gutes Parfum entsteht nicht aus einer einzigen universellen Formel.
Professionelle Entwicklung bedeutet:
Duftkomposition auswählen → Konzentration festlegen → optional Fixiermittel testen → Ethanol einarbeiten → Stabilität beobachten → IFRA und gesetzliche Anforderungen prüfen.
Fachlich geprüft: Aroma Nova Produktentwicklung
Stand: August 2026
Fachquellen
Aroma Nova – PFRP 17832 und aktuelle Beispielrezepturen.
International Fragrance Association – IFRA Standards.
EU – Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009.
EU – Verordnung 2023/1545 zu Duftallergenen.
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